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Neues aus der Rechtsprechung

08.
Jan
2016

Katzennetz nur mit Erlaubnis des Vermieters?!
Das Amtsgericht Augsburg (72 C 4756/14) entschied jetzt, ein Mieter dürfe nicht ohne Zustimmung des Vermieters ein Katzennetz am Balkon befestigen. Der selbst im Haus wohnende Vermieter habe ein besonderes Interesse am Aussehen der Außenfassade. Die Holzstangen des Netzes würden das Gesamtbild der Hausfassade erheblich stören.
So urteilte in der Vergangenheit auch schon das Amtsgericht Neukölln (10 C 456/11). Ein Katzennetz an einer Holzkonstruktion sei eine bauliche Veränderung und verboten.
Anders entschied allerdings das Amtsgericht Köln (222 C 205/12) bei einem kaum zu sehenden, aus transparentem, dünnem Stoff bestehenden Katzennetz. Das sei keine Verschandlung der Mietsache und keine Substanzverletzung der Mietsache, weil es nicht gedübelt und geschraubt, sondern an Teleskopstangen befestigt wurde, so dass keine Zustimmung des Vermieters erforderlich sei.
Auch das Amtsgericht Schorndorf (6 C 1166/11) erlaubte ein Katzennetz oder –gitter. Das sei keine optische Beeinträchtigung, wenn es auf der Rückseite des Hauses angebracht werde, der Balkon nur von wenigen Nachbarn einsehbar und die Balkongestaltung vor Ort uneinheitlich sei.


Igel sind keine Kleintiere
Die monatelange Haltung mehrerer Igel in der Wohnung und auf dem Balkon sei nicht erlaubt und auch nicht durch die so genannte Kleintierhaltungsregelung gedeckt. Der Vermieter ist sogar berechtigt, nach erfolgloser Abmahnung fristlos zu kündigen, entschied das Amtsgericht Spandau (12 C 133/14). Kleintiere seien typische Haustiere, wie Vögel, Zierfische, Schildkröten, Hamster oder Zwergkaninchen, die üblicherweise in Wohnungen gehalten werden. Igel sind jedoch keine Haustiere, sondern Wildtiere, die zwar klein sind, aber Gerüche absondern. Diese Wildgerüche seien von permanenter Natur und könnten auch durch Wände und Wohnungstüren in angrenzende Wohnungen ziehen. Das gelte erst recht, wenn gleich mehrere Igel in der Wohnung versorgt werden.

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