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Neues vom Bundesgerichtshof

02.
Jun
2020

Vorsicht bei Maklerverträgen -  automatische Verlängerung möglich! Schließt man einen Maklervertrag ab und kündigt ihn nicht, verlängert er sich laut einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs automatisch (BGH I ZR 40/19).    Im zu entscheidenden Fall hatte die Verkäuferin einen Makleralleinauftrag  abgeschlossen, der zunächst auf sechs Monate befristet war. Der Vertrag enthielt eine Klausel, wonach sich der Vertrag ohne rechtzeitige Kündigung immer wieder um drei Monate verlängerte. Die Verkäuferin kündigte den Vertrag nicht und fand nach Ablauf der sechs Monate mit Hilfe eines anderen Maklers einen Käufer für ihre Wohnung. Der leer ausgegangene, zuerst beauftragte Makler verlangte nun wegen der entgangenen Provision Schadensersatz von mehr als 15.500 Euro.   Die Karlsruher Richter urteilten zunächst, dass eine Mindestlaufzeit von Makleralleinaufträgen von sechs Monaten angemessen sei. Auch die automatische Verlängerung um drei Monate sei „grundsätzlich unbedenklich“, zumal der Vertrag mit einer vierwöchigen Frist gekündigt werden konnte. Da sich der Hinweis auf die vierwöchige Kündigungsfrist allerdings in einer Anlage zum Vertrag versteckte, hatte die Frau in diesem Fall Glück. Denn dadurch war die Verlängerungsklausel laut BGH ausnahmsweise unwirksam und die Verkäuferin durfte nicht zweimal zur Kasse gebeten werden.

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